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Hunsrück

Geocheck

Der Hunsrück ist eines der älteren Familienmitglieder der deutschen Mittelgebirge. Zusätzlich ist er der Gruppe des Rheinischen Schiefergebirges angehörig. Auch die Lage kann sich sehen lassen: der Rhein zwischen Koblenz und Oberwesel bildet die östliche Grenze. Ein weiterer Nachbar ist das Mittelmoselgebiet. Den meisten Anteil am Hunsrück hat somit Rheinland-Pfalz, aber auch das Saarland darf im Westen mitmischen.

Traumschleifen

Auch wenn der Hunsrück touristisch noch nicht so stark erschlossen ist, kann sich das Angebot an Outdooraktivitäten sehen lassen. Es existieren schon allein 111 sogenannte Traumschleifen. Das sind Premium Rundwanderwege in der Region um den Saar-Hunsrück-SteigWie du da die für dich besten Touren findest? Der Tourismusverband Hunsrück hat sich 13 Kategorien von "Sportlich/Aussichtsreich" über "Natur/Abenteuer" bis "Stille/Entschleunigung" uvm. überlegt. Es sind auch mehrere Kategorien pro Wanderung möglich. Damit bist du garantiert immer auf dem richtigen Weg unterwegs. 

Mittelalterliches KastelLaun

Im mittelalterlichen Kastellaun wurden wir an der Rezeption des Burg Stadt Hotels herzlichst empfangen. Hotel? Kein Vanlife mehr für die beiden? Doch, doch! Der Camping Park liegt gleich nebenan. Die sanitären Anlagen sind sehr sauber und heißes Wasser gibt es im Überschuss. Nachdem unser Bulli geparkt war, fing es an zu regnen. Wir befragten schnell die Wetterfee und die gab uns eine Aussicht auf Gewitter. Das brachten uns von unserem eigentlichen Plan ab den 6,7 Kilometer langen Burgstadtpfad zu laufen. Dieser führt an einer Picknickwiese mit Seerosenteich, an einer Bank mit Blick über die Soonwaldhöhen und schließlich am Kyrillpfad vorbei. Außerdem kannst du direkt vom Camping Park aus starten und musst nur 87 Höhenmeter bewältigen. Die sind doch ein Klacks für dich! Somit gibt es eigentlich keine Ausreden diese Wanderung nicht zu machen, oder? Außer die Zeichen stehen auf Gewitter wie in unserem Fall. Da kam uns ein Altstadt-Bummel sehr gelegen. Naja, eigentlich sind wir auf direktem Weg per Pedes in gemütlichen 15-Minuten ins Restaurant „Altes Stadttor“. Hierfür gehst du am Burghotel vorbei, an der Hauptstraße nach rechts und an der nächsten großen Kreuzung nach links. Parallel zur Hauptstraße führt ein kleiner Weg direkt hinunter nach Kastellaun. Hier siehst du bald am Horizont schon die Burg blitzen. Schau dir diese doch auch mal noch von Nahem an.

 Im Restaurant "Altes Stadttor" haben wir uns die Bäuche voll geschlagen. Dieses Lokal bietet leckere 3-Gang-Sommermenüs, auf Wunsch sogar vegetarisch an. Auch die Auswahl an fleischlosen Hauptgerichten hat uns richtig überzeugt.

Wer morgens mal Lust auf ein Frühstücksbüffet hat, kann einfach im Hotel vorbeischauen. Wir durften dieses bei einem Treffen mit Jörn Winkhaus vom Tourismusverband Hunsrück ausprobieren.

Nach dem netten Pläuschen mit Jörn machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle unten im
Dorf über dem Brunnen. Blöderweise hatten wir gerade den Bus verpasst, der auch nur alle zwei Stunden fährt. Warten war für Alisa keine Option und so hielt sie den Finger raus. Das Universum belohnte sie prompt. Es ware einfach unglaublich heiß und wir ergatterten einen Platzim Cabrio von einer totalen lieben Lady aus Mainz mit ihrer Freundin aus Japan. 

Danke für diesen Deluxe-Ride nach Mörsdorf. 

Hängeseilbrücke Geierlay

Was in Mörsdorf so ging? 1,6 Kilometer entfernt wartet eine Hängeseilbrücke idyllisch im Wald liegend auf dich. Selbst die tropischen Temperaturen schreckten ziemlich viele Menschen nicht davon ab, sich in die Schlange zu stellen, um die 360 Meter breite und 100 Meter hohe Brücke Geierlay, benannt nach dem umliegenden Berg, zu überqueren.

Tipp von uns um dem Wahnsinn aus dem Weg zu gehen: Orientiere dich an der Markierung „weiße Flügel auf blauem Hintergrund“ und wandere die 4,3 Kilometer auf der Geierlay-Schleife bis nach Sosberg. Erstens: die Wege sind wirklich schön angelegt, wenn auch sehr gut belaufen. Zweitens (und noch wichtiger): diese Seite ist weniger frequentiert und du er sparst dir Nerven beim Anstehen. Drittens (und besonders entscheidend im Sommer): du kannst deine Füße in einem kleinen Bächlein abkühlen.  

Die Coronazeit bringt zusätzlich die Einbahnstraßen-Regelung mit sich, was bedeutet zur geraden Stunde ist der Übergang von Sosberg und zur ungeraden Stunde die Überquerung von Mörsdorf möglich. Was Dir wenigsten wissen: auch in Sosberg gibt es Parkplätze, die größtenteils kostenlos und nicht so überlaufen sind.

Auf der Brücke ist es tatsächlich wackelig und somit musst du einen ruhigen Kopf bewahren. Vom Brückenende aus läufst du nochmal ca. 1,5 Kilometer zurück inmitten von Feldern zum Besucherzentrum, wo Getränke und Verpflegung als Belohnung auf dich warten. Mit dem Bus fährst du für vier Euro zurück nach Kastellaun. Da der Herd im Van noch nicht funktionierte und das Gas auch leer gelaufen war, bestellten wir uns noch am Abend eine Pizza beim Lieferdienst Adria. Genüsslich essend und zufrieden, schauten wir in den Himmel, der sich pink färbte - ach du schönes Vanlife. 

Wo holst du dir deine Abkühlung im Hunsrück, wenn nicht gerade auf einer Cabriofahrt? Richtig, im Nixenweiher bei Morbach. So die Idee. Leider waren sowohl der Weiher, als auch das dazugehörige Tretbecken von der Sonne trocken gelegt. Aber wie wäre es alternativ mit Naturbaden? Dieser Ort - genauer gesagt der Erlebniswald Ortelsbruch - ist super friedlich. Setz dich auf einen Baumstupf, schaue hinauf zu den Kronen der Bäume und genieße den Moment. Wer mehr Action braucht, startet von hier mit einer der vielen ausgeschriebenen Wanderungen. Schaue vorher gerne im Naturlehrpfad vorbei und schnappe ein wenig Wissen auf.

Apropros Wissen: Wir kennen jetzt eine Ausstellung, die interessante Inhalte rund um die Themen Wald, Moor und Naturräume zeigt. Aber nicht so altbacken wie sonst immer, sondern richtig multimedial mit tollen Bildern und schön hergerichtet. Wenn wir deine Neugierde geweckt haben, fahre zum Hunsrückhaus und besuche den Showroom des Nationalparks. Dieser ist erst fünf Jahre
jung, aber ist mit dieser innovativen Ausstellung den älteren im Bunde eine Nase voraus. Wegen der positiven Resonanz planen das Team rund um Sören Sturm, weitere Ausstellungen an anderen Standorten. Wir finden die Lage vom Showroom schonmal bestens gewählt.  So kann man sich zunächst das „theoretische Wissen“ aber auch erste Eindrücke und Impressionen holen und das alles in der „echten“ Natur wiederfinden. Wenn du gleich damit anfangen möchtest, schnüre deine Wanderschuhe und laufe 140 Höhenmeter hinauf auf den höchsten Punkt im Hunsrück - dem Erbeskopf. Mit dem Auto bist du auch in 5 Minuten oben auf 816 Höhenmeter. Aber es fühlt sich doch besser an, wenn du oben schweißgebadet ankommst und dir den Blick vom Aussichtspunkt, der sich in Form einer stylischen Skulptur präsentiert, verdient hast. 

So richtig verguckt in den Hunsrück haben wir uns dann in Kell am See auf einer Mountainbiketour mit Tobias Witzack. Bei Ankunft auf dem Van-Stellplatz direkt an einer Bikestation am Hotel Post, kam der lang ersehnte Regen mit einem heftigen Gewitter im Schlepptau. Aber nach Regen zeigt sich die Natur ja bekanntlich noch prachtvoller und farbenfroher. Absolut traumhaft packte sich das sogenannte Vadrilltal in einen Nebelschleier und die Sonne strahlte dieses schöne Naturschauspiel an.

Auf 25 Kilometern scheuchte uns Tobi die Hügel hinauf und wieder hinunter und gab uns hilfreiche Tipps, damit uns der Mut packte und wir schneller und steilere Trails fuhren. Zusätzlich lernten wir auf der Tour die Burgruine Grimmburg kennen. Das war ein wirklich toller Nachmittag. Fast wäre dieser ins Wasser gefallen, aber glücklicherweise wurde Tobis Optimismus belohnt und wir konnten doch noch Gas geben. Besonders durch die Pfützen bretterten wir ohne Rücksicht auf Verluste und auf Dreck. Komplett betupft und mit einem breitem Grinsen im Gesicht machten wir noch ein Selfie vor der Hochwälder Radstation direkt neben dem Hotel Post.

Wenn auch du Lust auf eine geführte Tour hast und/oder dich ein Techniktraining interessiert, frag im Hotel Post mit lieben Grüßen von bevandert nach Tobi. Zum Abschied sei mal noch gesagt, dass in der Küche des Hotel Post regionale Kost für dich liebevoll zubereitet wird und der Hausherr, Michael, ein großartiger Gastgeber ist. Er stand uns bei der Wanderplanung nicht nur mit Eis von der Manufaktur Charlotte sondern auch mit Rat und Tat zur Seite. Seine Empfehlung: die Traumschleife HochwaldAcht. Diese Tour ist 20 Kilometer lang. Klingt erstmal viel. Du kannst aber die Nord- und Südschleife getrennt voneinander erforschen. Michael, verdanken wir übrigens auch, dass wir nach unserem Aufenthalt im Hunsrück noch das schöne Örtchen Leiwen und die herzliche Winzerfamilie Köwerich an der Mosel besuchen konnten. Hierzu wird es einen eigenen Beitrag geben, da wir hier tolle Gespräche und Begegnungen hatten.

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Kommentare: 2
  • #1

    Claudia (Donnerstag, 27 August 2020 10:39)

    Hallo Ihr Zwei!

    Ein schöner Beitrag über meine Heimat! :-)
    Allerdings hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Sorsdorf heißt richtig Sosberg.
    Und noch als zusätzlicher Tipp für die, die zur Geierlay mit dem Auto anreisen: in Sosberg gibt's auch Parkplätze, zudem meist kostenlos und nicht so heillos überlaufen, wie in Mörsdorf.

    Liebe Grüße
    Claudia

  • #2

    Marina von bevandert (Donnerstag, 27 August 2020 11:00)

    Hallo liebe Claudia,

    danke für deine Anregung und den Tipp!
    Wir haben es gleich abgeändert und die Parkmöglichkeit hinzugefügt,
    Liebste Grüße